Programmierung ist für viele gestalterisch oder journalisitsch begabte Webmaster immernoch eine große Hürde. Mit den heutzutage gängigen Webtechnologien muss man allerdings kein vollkommen auf Binärcode (01) getrimmter IT-Experte mehr sein, um den eigenen Webauftritt auf mobile Systeme zu bringen. Prinzipiell hat man, wenn man eine App entwickeln möchte, die Wahl zwischen nativen und browserbasierten (Web-)Apps. Weblösungen haben insbesondere den Vorteil auf jedem System zu funktionieren. Zudem ist die Webentwicklung im Gegensatz zur nativen App-Programmierung durchaus auch einfacher.
Tipps für Einsteiger in die Web-App-Entwicklung
Wer selbst in Erwägung zieht eine Web-Applikation zu programmieren und dazu wenig oder gar keine Erfahrung mit Programmierung hat, muss sich trotzdem auf eine, je nach Vorwissen mehr oder weniger lange Einarbeitungs- bzw. Lernphase einstellen. Denn obwohl zahlreiche Tools die Entwicklungsarbeit erleichtern, sind natürlich Grundkenntnisse in der Programmierung notwendig, um die eigene App auch abseits der grafischen Oberfläche konsequent zu gestalten. Als kompletter Neueinsteiger sollte man sich dementsprechend nicht von fremden Fachtermini einschüchtern lassen, sondern das eigene Projekt mit einem realistischen Zeithorizont versehen und anfangen sich einzulesen. Als erster Ansatzpunkt für den Start in die Web-App-Entwicklung werden hier nun ein paar Grundbegriffe und Erfordernisse angeführt, die allerdings keinesfalls den vollen Umfang der Web-App-Begriffe erschöpfend darstellen können.
- Anfangs sollte man sich unbedingt mit HTML und CSS befassen, wenn man eine eigene Web-App programmieren möchte. Denn über HTML-Dokumente werden die Webanwendungen schließlich ausgeführt. Zu HTML und CSS stehen, wie bei den meisten Programmiersprachen, umfangreiche und sinnvoll strukturierte Dokumentationen zur Verfügung.
- Web-Apps werden in Browser-unterstützenden Sprachen, wie z.B. Javascript geschrieben und mit HTML kombiniert. D.h., die Codeteile in JavaScript werden – bestimmten formalen Regeln folgend – einfach in das HTML-Dokument geschrieben. Für Anwendungen auf Tablet-PCs bietet sich insb. die JavaScript-Klassenbibliothek jQuery Mobile an; sie bildet ein speziell für Touch-Steuerung optimiertes Framework.
- Es stehen neben jQuery Mobile auch weitere Frameworks zur Verfügung. Diese oft kostenlosen Softwarepakete sind „Rahmenstrukturen“, also Programmgerüste, die das Entwurfsmuster vorgeben und sich wiederholende Tätigkeiten vereinfachen bzw. die Wiederverwendung von Code fördern. Im Wesentlichen kann man sich das geeignetste aussuchen. Andere Frameworks zur Web-App-Entwicklung sind z.B. Ajax, Dashcode von Apple, UiUIKit und das Webapps.Net Framework.
- Alternativ zu JavaScript können Web-Applikationen auch mittels Adobes Flash und der dazugehörenden Scriptsprache Actionscript erstellt werden. Die Plattform- bzw. Systemunabhängigkeit wird diesen Lösungen durch das AIR-Framework gewährleistet, dass inzwischen für nahezu alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist. Das Framework stellt eine Art Schnittstelle dar, sodass die mehrfache Entwicklung für verschiedene Betriebssysteme nicht mehr notwendig ist. Streng genommen sind Apps, die auf dem AIR-Framework aufbauen allerdings keine Web-Apps mehr.
Expertise erschließen
Wesentlich bleibt letztendlich, sich nicht von der erheblichen Menge an Fachbegriffen und Abkürzungen abschrecken zu lassen. Web-App-Entwicklung ist keine Raketenwissenschaft und mit etwas Zeit kann es jeder lernen. Auch Webdesigner oder Journalisten können mit etwas Aufwand die dafür nötige Expertise entwickeln.
Als Gastautor tätig: Kai L. Hoppenheidt, Mitarbeiter von twago
Bildmaterial erstellt vom Fotografen arrow – Fotoliapublizist